Willkommen 

Im Rahmen der Ausbildung zum Baubiologen bei der schweizerischen Interessengemeinschaft für Baubiologie / Bauökologie (SIB) ist für die eidgenössischen Fachprüfung unter anderem eine freie Abschlussarbeit zu bearbeiten und zu präsentieren. 

Die Ausbildung zum Baubiologen vermittelt ein breites Spektrum an Wissen im Zusammenhang mit der sogenannten "dritten Haut". Unter anderem werden Themen wie nachhaltiges Bauen, Minergie-Eco, Ökologie, Ökonomie, natürliche, nachwachsende Materialien, Vermeidung von Schadstoffen, Architektur, Kreisläufe, Elektrobiologie und nicht zuletzt auch über erneuerbare Energie behandelt. Diese Abschlussarbeit widmet sich dem letztgenannten Thema.  

 

Biomeiler

Der Franzose Jean Pain hat ab 1970 ein ausserordentliches Kompostverfahren entwickelt, aus dem verschiedene Produkte entstehen. Die Basis bildet frischer Strauch- und Baumschnitt, welcher in spezieller Weise gehäckselt und dann aufgeschichtet wird. Die sogenannten Meiler haben ein Material-Volumen von 10 bis 150 m3 oder noch grösser. In dieser Art Heissrottungsverfahren ist keine Umarbeitung des Materials vorgesehen. Die Wärme innerhalb des Meilers steigt nach etwa 3 - 7  Tagen auf ca. 60 Grad und wird je nach Materialzusammensetzung und Aussentemperaturverlauf über die Dauer von 10 - 18 Monaten mit leicht sinkender Tendenz praktisch beibehalten.

Jean Pain machte sich dies insofern zu nutzen, dass er durch eingelegte, wasserführende Rohre einen Teil der Wärme der Miete entzog und somit Warmwasser und in einem separaten Prozess Biogas und am Schluss der Verrottung hochwertigen Kompost seinem Pflanzen zuführen konnte. 


Unzählige mehr oder weniger übereinstimmende Artikel sind im Internet erschienen. Sowohl in Deutschland wie auch in Österreich sind diverse Biomeiler nach dieser Art gebaut worden. In der Schweiz sind nur wenige (2- 4 Meiler) bis anhin erstellt worden. Eine länderspezifische Auseinandersetzung mit der Erstellung und dem Betrieb in Bezug auf die Schweiz liegt nicht vor.   

 

Als angehender Baubiologe sind verschiedene Betrachtungsweisen für dieses multifunktionales Kompostierverfahren möglich. Zum Beispiel:

 

  • Ansatz des örtlichen Kreislaufes der Energiebeschaffung
  • Abschöpfung des überschüssigen Energiepotentials 
  • Verwendung Warmwasser und Gas 
  • Mehrfachnutzung dieses Produktes in der (Land-) Wirtschaft  
  • niederschwellige, unterhaltsarme Technik      
  • Reduktion der UBP (Umweltbelastungspunkte) 

  

Ziele der Arbeit  

  • Qualifizierung der möglichen Wärme-Leistungen eines Biomeilers (Materialaufbau, Grösse, Standort)
  • Testbetrieb in einem Gewächshaus mit Biogemüseanbau (Wärmeübernahme und Verteilung) 
  • Auswertung des Humusaufbaus mit und ohne Pflanzenkohle nach Beendigung des Prozesses    
  • Theoretische Abhandlung der möglichen Gasgewinnung
  • Mögliche Grenzen respektive weiterführende "Forschungsgebiete" im Rahmen der Arbeit aufzeigen 
  • Kreislaufbetrachtung im Sinne der Baubiologie 


Nebenziele (in Abhängigkeit vom Prozessverlauf) 

  • evt. Erstellung eines Handbuches / Anleitung   

 

Ablauf 

  • Im September  2013 sind vier verschiedene Meiler in der Grösse von ca. 2 m3 für die Temperatur- ermittlung entstanden. Die Meiler wurden mit verschiedene Materialien befüllt. 
  • 7. Dezember 2013: Bau von einem Biomeiler in der Grösse von 80 m3. Standort Biogärtnerei R. Gündel, Oberwil-Lieli, Installation der Wärmeverteilung, diverse Messeinheiten sind dabei vorgesehen. 


 

  • ab Januar 2014 Auswertung der Daten  (siehe auch unter News)   
  • Zwischenabschluss der Arbeit im Mai 2014 
  • Definitive Auswertung des Biomeilers nach Abschluss des Heissrottverfahren zwischen Sommer 2014 bis Frühjahr 2015

 

Danke für die Projektförderung 

Diese Arbeit kann ich nur in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Personen, Institutionen und Firmen erstellen. Auf der Seite Projektförderung sehen Sie diejenigen, die dieses Projekt mit ihrem Engagement auf irgendeine Art unterstützen. Vorab ganz herzlichen Dank. 


Für Fragen und Anregungen stehe ich sehr gerne zur Verfügung und freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme!

Ruedi Aschmann Gündel 

Lettenstrasse 29 

8966 Oberwil-Lieli 

076 566 90 00 

ruedi.aschmann@energievonhier.ch